Jugendcamp 2016

 

Verschwisterung  – 9. Europäisches Jugendcamp in Reichelsheim

Das Sportlerheim in Beerfurth war in den Sommerferien für neun Tage Herberge des europäischen Jugendcamps der Reichelsheimer Partnerstädte. 27 Jugendliche mit ihren sechs Betreuern aus Jablonka/Polen, Nagymányok/Ungarn und dem Gesprenztal verbrachten neun erlebnisreiche Tage im Camp und lernten so ihre europäischen Nachbarn besser kennen und verstehen. Leider hatte die Gruppe aus Dol de Bretagne diesmal die Teilnahme abgesagt, sehr zum Bedauern aller.

Der erste Tag diente dem Kennenlernen. Die Jugendlichen präsentierten ihre Heimatstadt in Form von Collagen und kurzen Videoclips. Nach einem Minisprachkurs – bei dem sich die Schüler selbst unterrichteten – schien das Eis gebrochen. Zunehmend sah man nun gemischte Teams bei Tischtennis-, Kicker- oder anderen Gesellschaftsspielen, Englisch diente dabei oft als verbindende Sprache. Bürgermeister Stefan Lopinsky bot den Jugendlichen im Rathaus einen herzlichen Empfang. In seinem Kurzreferat über die Zukunft Europas, verdeutlichte er die Wichtigkeit eines vereinten Europas, schlug einen Bogen von der Vergangenheit zur aktuellen Situation, bezog dabei wirtschaftliche und politische Aspekte ein und betonte die Vorteile der Freizügigkeit in der EU, sowie die partnerschaftlichen Verbindungen zu den teilnehmenden Städten.

Ganz im Zeichen der von der EU geförderten Begegnung (Erasmus plus/Jugend für Europa) standen die weiteren Programmpunkte zum Thema: „Europa ist keine Insel –Toleranz und Verständnis gegenüber anderen Kulturen“. Die Workshops, die sich mit der Vielfalt Europas, den Unterschieden und Gemeinsamkeiten von verschiedenen Kulturen, aber auch mit der weltweiten Migration beschäftigten, waren dem Alter angepasst und nie zu lange. Möglichkeiten von finanziell geförderten Auslandsaufenthalten, die junge Europäer im vereinten Europa haben, zeigte ein Mitarbeiter von Europa direct auf und verteilte entsprechende Broschüren.

Interessante Eindrücke boten der Besuch des Heimes für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge in Brensbach/Affhöllerbach. Die jungen Flüchtlinge dort kommen fast ausschließlich aus den Kriegsgebieten des nahen Ostens. Durch die persönlichen Begegnungen mit diesen jugendlichen Flüchtlingen – für viele sicher zum ersten Mal – erfuhren die Teilnehmer des Camps von den Hintergründen der Flucht und wie es ist, in einer fremden Kultur zurechtzukommen, sowie von deren Zukunftswünschen. Als Einstimmung auf diese Begegnung hatte Frau Annemarie Knichel im Vorfeld über die aktuelle Flüchtlingssituation informiert. Am Beispiel des „Runden Tisches für internationale Verständigung“ wurde über die ehrenamtliche Arbeit in der Flüchtlingshilfe berichtet und aufgezeigt, wie Integration gelingen kann.

Neben den ernsteren Programmpunkten blieb auch viel Zeit für gemeinsame Freizeitaktivitäten wie Schwimmen, Tischtennis, Fußball, Gesellschaftsspiele und „Chillen“. Bei der Camp-Olympiade konnten sich die international gemischten Teams – auch einige der jugendlichen Flüchtlinge waren gekommen – in lustigen sportlichen Wettkämpfen messen. Hier brachte das Wasserbombenwerfen und die Mülltonnenrally auch die anwesenden Besucher zum Lachen.

Die Highlights der Camptage waren der Besuch der Sommerrodelbahn und des Kletterparks bei Waldmichelbach, sowie der Ausflug ins Technikmuseum nach Sinsheim mit dem Besuch eines 3D-Kinos. Aber auch die Tour mit Geo-Caching rund um Reichelsheim, sowie Besuche im Museum und bei der Feuerwehr wurden gerne angenommen.

Beim Europaabend am Samstag haben alle drei Nationen Spezialitäten aus der heimischen Küche angeboten; deutsche Kartoffelpfannkuchen, polnisches Bigosch und ungarisches Gulasch – alles selbst gekocht. Dieses Essen schmeckte auch den Kommunalpolitikern, die ihr Interesse an der europäischen Partnerschaftsarbeit mit einem Besuch im Camp unterstrichen.

„Hier lernst du Super-Menschen kennen, hej lalala, hey lala“ so der Refrain eines Liedes beim Abschiedsabend. Einige der polnischen Jugendlichen hatten eigens ein Lied getextet, in dem sie ihre positiven Eindrücke und Dankbarkeit für diese gemeinsame schöne Zeit zum Ausdruck brachten. Aber auch die ungarische Gruppe ließ mit ihrem Lied, begleitet von Gitarre und Querflöte, ein wenig Wehmut aufkommen. Alle Campteilnehmer erhielten einen mit dem europäischen Sternenbanner bedruckten Rucksack, gefüllt mit Obst und Süßigkeiten für die Rückfahrt.

Bei der anschließenden Disco heizte Jacob Hartmann als DJ den Jugendlichen so richtig ein, da wurde getanzt, was das Zeug hielt, und alle Sprachbarrieren waren vergessen. Wer es etwas ruhiger wollte, verbrachte den Abend am Lagerfeuer, wo erzählt und gesungen wurde.

Zum Gelingen des Camps trugen auch die vielen ehrenamtlichen Helfer von den drei Partnerschaftsvereinen bei, die zum Teil viele Stunden/Tage bei der Organisation und Betreuung mithalfen.

Die Erfahrungen haben gezeigt, wie wichtig und nachhaltig solche Jugendbegegnungen sind, inzwischen „what‘s appen“ alle drei Nationen miteinander. Beim Abschied gab es viele positive Rückmeldungen und die ersten Anmeldungen für das nächste Camp 2017.

(Annemarie Knichel)

450 Jahre Jablonka – Reichelsheimer feiern mit!

Auf Einladung der Partnergemeinde Jablonka hat eine Delegation aus 13 Personen, darunter Bürgermeister Stefan Lopinsky, Vertreter der Gemeinde, sowie Mitglieder des Freundeskreises vom 13. bis 17. Juli 2016 an den Feierlichkeiten anlässlich der 450 Jahrfeier teilgenommen.

Ein umfangreiches Programm mit Kunstausstellungen, Konzerten, Musikdarbietungen, Festumzug, etc. ließ hier keine Langweile aufkommen. Nach einem feierlichen Gottesdienst am 14. Juni, zelebriert durch den Krakauer Kardinal Stanislaw Dziwisz, wurde die überlebensgroße Statue des Papstes Johannes Paul II. feierlich enthüllt. Am Abend folgte eine Festveranstaltung am und im Kulturzentrum, bei der auch die Bürgermeister der Partnergemeinden in ihren Ansprachen die guten partnerschaftlichen Beziehungen hervorhoben. Das Musikstück „Orawa Oratorium“, ein Teil des anschließenden Konzertes wurde eigens aus Anlass der 450 Jahrfeier komponiert und erstmals vorgetragen. Viele der Bürger verfolgten die Übertragung der Festveranstaltung über eine große Leinwand im Freien, da die Kulturhalle nicht allen Platz bot.

Eine Bildungskonferenz mit namhaften Wissenschaftlern beschäftigte sich am folgenden Tag mit der Entstehung des Dorfes Jablonka im 16. Jahrhundert, der Geschichte, der Literatur, der Kultur und der zukünftigen Entwicklung .

Bei einem gemeinsamen Treffen der Partnergemeinden lernten sich die einzelnen Delegationen näher kennen, Wünsche und Umsetzung einzelner Vorhaben konnten angesprochen werden. Hierbei überreichten Eva Eisenhauer und Annemarie Knichel vom Freundeskreis ein kleines Geschenk (aus der Odenwälder Mammutschnitzerei) an Herrn Karlak, der innerhalb Polens zum Bürgermeister des Jahres gewählt worden war. Im Anschluss erfolgte die Enthüllung der Gedenktafeln im Park der Gemeindeverwaltung. Mit den jeweiligen Nationalhymnen und kurzen Ansprachen der Bürgermeister enthüllten die sechs Partnergemeinden Gedenktafeln auf dem Steinblock.

Leider spielte das Wetter beim Internationalen Musikfestival „An den Grenzen der Kulturen“ nicht mit, als am Samstagnachmittag verschiedene Musikgruppen aus der Region Orawa, Podhale, Spisz, der Slowakei, Ukraine, Ungarn und Rumänien in ihren bunten Trachten auftraten. Gott sei Dank hatten die Musikgruppen am Sonntag noch einmal Gelegenheit ihre Vorführungen darzubieten, denn beim Orawski Lato zeigte sich zumindest am späteren Nachmittag auch mal die Sonne auf dem Sport- und Festgelände. Dieses Fest begann mit einem Umzug von der Gemeinde zum Stadion, bei dem auch die Delegationen vertreten waren. Tanzgruppen und Blasorchester der Partnergemeinden, Alphornbläser, Darbietungen der Trachtengruppe Male Podhale und anderer Trachtengruppen aus der Orawa-Region, beliebte Wettkämpfe der Junghirten und die jährliche Preisverleihung des Hirtenhorns durch den Bürgermeister waren  Programmpunkte des Nachmittags.

Am Rande des Stadions boten kleine Verkaufsstände Regionales und Kunsthandwerkliches an. Am Stand des Freundeskreises Reichelsheim-Jablonka konnten die Besucher Wein, Käse und Odenwälder Wurst kosten und Informationen über Reichelsheim einholen. Es zeigte sich, dass dieser Stand  ein beliebter Treffpunkt war, um die alten Kontakte zu beleben und neue zu knüpfen.

Mit der bekannten Band PECTUS und einem großartigen Feuerwerk gingen die Feierlichkeiten zu Ende.

Homepage der Gemeinde: www.jablonka.pl

7. Europäisches Jugendcamp in Jablonka 02.-11.08.2014

Zum zweiten Mal war Jablonka Gastgeber des Europäischen Jugendcamps der Partnergemeinden.  Mit dabei waren auch 11 Jugendliche und zwei Betreuer aus Reichelsheim , sowie eine Gruppe aus der Partnergemeinde Nagymányok in Ungarn.

Einige der Jugendlichen kannten sich bereits vom letzten Jugendcamp 2013 in Dol de Bretagne und freuten sich auf das Wiedersehen. Die anfängliche Schüchternheit bei den neuen Teilnehmern war schnell verflogen, dafür sorgte das abwechslungsreiche Programm, bei dem Gemeinsamkeiten gefördert und Vertrauen untereinander aufgebaut wurde. Sprachlich musste man sich schon mal mit Händen und Füßen oder mit Hilfe eines Wörterbuches weiterhelfen, wenn Englisch oder Deutsch nicht ausreichten. Ein kleiner Einführungssprachkurs in Polnisch zeigte die Schwierigkeiten der Aussprache. Die vielen Zischlaute klangen doch alle ähnlich, oder? Beim Nachsprechen der polnischen Wörter gab es viele Lacher, denn die Bedeutung ändert sich stark mit der korrekten Aussprache.

Wie sieht die Partnerstadt Jabonka aus? Auf dem Erkundungsgang durch die Gemeinde gab es viel zu entdecken – Kulturhalle, Schulen, Bibliothek, Stadion, eigentümliche Häuserformen mit steilen und spitzzulaufenden Dächern  oder alte Holzhäuser. Mehr Einblicke in die Geschichte und das Leben der Orawa  Region erhielten die Jugendliche beim Besuch des Freilichtmuseums in Zubrzyca Górna, einem Ortsteil von Jablonka. In diesem Museumsdorf konnten sie  alte Handwerkskunst erleben und selbst ausprobieren.

Eine Wanderung zum nahegelegenen Hausberg Babia Gora brachte alle ins Schwitzen. Sah der Berg von weitem noch so harmlos aus, so erforderte er doch einiges an Durchhaltevermögen. Auf dem 1725m hohen Berg  sind unterschiedliche Vegetationszonen anzutreffen, mit einer Vielzahl von Pflanzen und Tieren. Durch die hervorragenden Ausführungen des Wanderführers wurde den Jugendlichen die Bedeutung dieses Biosphärenreservates bewusst.

Ein weiterer Höhepunkt war der Besuch in Zakopane mit der bekannten Sprungschanze am Fuße der Hohen Tatra.  Bemerkenswert sind die vielen traditionellen Holzhäuser der Goralen, die das Stadtbild prägen. Holzschnitzkunst in allen Varianten bieten die Souvenirshops in der Hauptstraße und verlocken zum Kauf eines Mitbringsels.

Natürlich durfte auch ein Besuch in  der alten Universitätsstadt Krakau nicht fehlen. Die nahegelegene  Salzmine bei Wieliczka (UNESCO Weltkulturerbe) beeindruckte mit den vielen Skulpturen, die fromme Bergarbeiter in das Salzgestein gehauen haben.

Im Camp selbst nahmen die Jugendlichen an verschiedenen Workshops teil,  bei denen Erfahrungen miteinander geteilt werden konnten. „Wir entdecken Europa – Mitmachen beim Aufbau der europäischen Gesellschaft“  ein Thema, bei dem die Jugendlichen sich aktiv mit ihren Vorstellungen und Meinungen einbringen konnten. Die Ergebnisse wurden auf entsprechenden Plakaten festgehalten am Ende des Camps präsentiert.

Zusätzliche Aktivitäten wie Sport und Spiel, Quiz, Kochen, Tanz, Musik und gemeinsames Singen werden den jugendlichen Teilnehmern wohl noch lange in guter Erinnerung bleiben. Es zeigte sich, wie wertvoll solche internationalen Begegnungen sind. Einige freuen sich schon auf das nächste Camp 2015 in Ungarn.

Orawskie Lato 2014

 

Reichelsheimer Partnergemeinde Jablonka erhält Ehrenfahne des Europarates und empfängt Reichelsheimer Delegation beim diesjährigen Fest Orawskie Lato am 20. Juli 2014

Schon bei der Ankunft zeigten die bunten Flaggen der sieben teilnehmenden Nationen vor dem Rathaus die feierlichen Ereignisse an. Die Reichelheimer Partnergemeinde Jablonka  erhielt die Ehrenfahne des Europarates für hervorragende Leistungen des europäischen Einigungsgedankens überreicht.

Bürgermeister Stefan Lopinsky, der Vorsitzende der Gemeindevertretung Jürgen Göttmann, die Vorstände des Freundeskreises Reichelsheim-Jablonka Eva Eisenhauer und Annemarie Knichel sowie weitere Gemeinde- und Vereinsvertreter reisten daher in die südpolnische Partnergemeinde, um diesem Festakt beizuwohnen. Mit dabei war auch Michael Gahler (MdEP), der ebenfalls während der im Mai in Reichelsheim stattgefundenen Partnerschaftsjubiläen eine Einladung erhalten hatte.

Beim gemeinsamen Besuch der Heiligen Messe fand im Beisein des polnischen Europaratsmitgliedes die Weihe der Ehrenfahne statt, später ging es im Festzug zum Stadion zur Eröffnung des Festes „Orawkie Lato“ mit Präsentation der Ehrenfahne und einem breiten folkloristischen Programm.

Bereits am Vorabend pflanzten Bürgermeister Stefan Lopinsky und sein Amtsvorgänger Gerd Lode eine Eiche in dem Park vor dem dortigen Rathaus, ganz im Zeichen der Verbundenheit und im Sinne weiterhin guter partnerschaftlicher Beziehungen. Die anschließende Veranstaltung in Kulturzentrum war ebenso der Zusammenarbeit zwischen den Ländern der Europäischen Union gewidmet. Nach sehr stimmungsvollen Lied- und Musikbeiträgen, vorgetragen von Kindern und Jugendlichen aus der Region, würdigten die Bürgermeister von Jablonka, Reichelsheim, Naymányok, Brebu sowie zweier slowakischer und zweier polnischer Gemeinden im örtlichen Kulturzentrum die guten Beziehungen untereinander, bzw. zu Jablonka. Mit dabei waren auch 42 Schülerinnen und Schüler aus der Ukraine, die von der Gemeinde Jablonka für zwei Wochen Ferien eingeladen waren.

Gemeinsam mit den anderen ausländischen Delegationen wurden mehrere Veranstaltungen und Institutionen besucht, u.a. eine Ausstellung über Volkskunst aus dem 18. und 19. Jahrhundert, das interessante Freilichtmuseum und ein Infozentrum der Orawaregion.

Bei der Einweihung und Übergabe einer gerade fertiggestellten Brücke konnten sich die ausländischen Gäste von der in den letzten Jahren beachtlich fortentwickelten Verkehrsinfrastruktur überzeugen.

Der Freundeskreis Reichelsheim-Jablonka e.V. hatte auf dem Festgelände in unmittelbarer Nachbarschaft zu den Freunden aus der ungarischen Partnergemeinde Nagymánok einen Informationsstand eingerichtet. Dort wurden Kostproben deutscher Weine, Odenwälder Wurst- und Käsespezialitäten angeboten, sowie Produkte der Kelterei in Beerfurth und der Firma haro-plast. Prospekte über die touristischen Angebote in und um Reichelsheim wurden an die sehr zahlreich erschienenen Interessenten abgegeben.

Alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer haben im Rahmen eines sehr abwechslungsreichen Pogramms die besondere Gastfreundschaft der polnischen Partner erfahren dürfen.

Im Rahmen des Abschlussgesprächs im Sitzungszimmer des Rathauses bedankte sich Bürgermeister Stefan Lopinsky im Namen der deutschen Gäste für die Einladung sowie für die aufmerksame Betreuung und zollte dabei Lob und Anerkennung für die gute Organisation gleich mehrerer Veranstaltungen.

Bürgermeister Antoni Karlak legte dabei Wert auf die Feststellung, dass er in der Auszeichnung der Gemeinde Jablonka mit der Ehrenfahne des Europarates auch das städtepartnerschaftliche Engagement der Gemeinde Reichelsheim gewürdigt sehe.

Die nächsten Begegnungen stehen schon an. Bereits am 2.August fahren 11 Jugendliche mit ihren Betreuern zum internationalen Jugendcamp nach Jablonka und beim diesjährigen Reichelheimer Michelsmarkt werden Einwohner aus der Partnergemeinde im Europäischen Dorf wieder Spezialitäten aus der Tatraregion anbieten.

Vier Partnerstädte (2011)

Gelungene Städtepartnerschaft in Reichelsheim 28.- 30.10.2011

Vier Partnerstädte im Europäischen Jahr des Ehrenamtes“ unter diesem Motto stand die viertägige internationale Begegnung in Reichelsheim, die von der EU gefördert wurde. Aus den Partnerstädten Jablonka (Polen), Nagymányok (Ungarn) und Dol-de-Bretange (Frankreich) waren 120 Gäste angereist, um an dem Haus Europa mitzuwirken. Themen zum Ehrenamt und der Europäischen Union, eine Geschichtswerkstatt, musikalische Begegnungen und ein Besuch der Grube Messel standen u.a. auf dem Programm.

Mit der Europahymne eröffnete die Musikgruppe aus Dol-de-Bretange die Veranstaltung „Europa aktuell“ in der Reichenberghalle. Der Europaabgeordnete Michael Gahler referierte über die Geschichte der EU und ging auf aktuelle europäische Themen ein. Die derzeitige Finanzkrise sei eine enorme Herausforderung, so Gahler. Wir müssen entscheiden, ob wir gemeinsam mehr Polilk definieren wollen, oder ob wir getrennte Wege gehen. Bürgermeister Antoni Karlak aus Jablonka sprach sich in seinem Referat „Europa zukunftsfähiger gestalten“ für einen langjährigen Finanzrahmen der EU aus, für eine versträrkte Wirtschaftsintegration und nachhaltige Ziele in der Außenpolitik. Er berichtete über die Ergebnisse und Ziele der polnischen Ratspräsidentschaft im zweiten Halbjahr 2011. Dass Polen hier bisher gute Arbeit geleistet hat, bestätigte Michael Gahler in seinen Ausführungen. Beide Referenten sprachen sich für eine Stärkung der Europäischen Union aus, denn die zukünftige Herausforderung die von Außen auf uns zukommen, wie z.B.aus den aufsteigenden Nationen China oder Indien, könne kein Staat alleine lösen.

Mit der Arbeitnehmerfreizügigkeit, die ab1.Mai 2011 für die meisten osteuropäischen Länder gilt und den gesellschaftlichen Auswirkungen befasste sich der Landtagsabgeordnete Dr. Michael Reuter. Horrorzenarien wie die Überschwemmung des hießigen Arbeitsmarkts hätten sich nicht bestätigt, viele osteuropäische Facharbeiter seinen längst in andere europäische Länder abgewandert. Er plädierte dafür, die Arbeitnehmerfreizügigkeit als Chance zu begreifen, dem drohenden Fachkräftemangel und dem demografischen Wandel zu begegnen.

Da die Bürgerbegegnung unter dem Motto des ehrenamtlichen Engagements stand, befassten sich Einheimische und Gäste aus verschieden gesellschaftlichen Bereichen intensiv mit diesem Thema. In Projekten und Arbeitsgruppen wurden Erfahrungen ausgetauscht, Unterschiede benannt und Ansätze für eine zukunftsorientierte Ehrenamtsarbeit formuliert.

Dass das Ehrenamt in Deutschland und in den osteuropäischen Partnerländern einen unterschiedlichen Stellenwert hat, zeigte sich bei der Aussprache nach den Vortrag „Neue Wege im Ehrenamt“ von Markus Fabian, dem Leiter der die Ehrenamtsagentur des Odenwaldkreises. Im ehemaligen kommunistischen System, wurden die Menschen häüfig zu zusätzlichen gemeinnützigen Tätigkeiten verpflichtet. „Man hatte erst einmal die Nase voll“, so ein polnischer Gemeindevertreter. Das Ehrenamt gewinne aber in Zukunft auch in seinem Land an Bedeutung, vor allem jüngere Menschen engagierten sich, so wie die vielen Gäste der Jugendfeuerwehr, die Interesse an der Arbeit der Reichelheimer Freiwilligen Feuerwehr zeigten.

Wie könnte ein Netzwerk zwischen den vier Partnergemeinden aussehen? Am Beispiel des Themas „Regenerative Energien, Klimawandel, Naturschutz – nachhaltiges Handeln von Kommunen“, zeigte Helmut Borger mit einer Präsentation Möglichkeiten der Zusammenarbeit auf. An dieser Veranstaltung nahmen überwiegend Kommunalpolitiker teil.

Musik als völkerverbindendes Element begeisterte die Zuhöhrer in der Reichenberghalle bei den Europakonzert. Junge Musiker aus vier Ländern begaben sich auf eine Reise durch die europäische Musikgeschichte, von alten Meistern bis hin zu modernen Kompositionen, eine Webung für die Vielfalt der Kulturen – eine Werbung für Europa.

Wieder einmal hat Reichelsheim seine Weltoffenheit gezeigt und die Partnerstädte sind ein Stückchen näher zusammengerückt, dazu trugen die vielen Begegnungen, Gespräche, Diskussionen, Veranstaltungen und natürlich auch die gemeinsame Zeit in den Gastfamilien bei. Bürgermeister Stefan Lopinsky würdigte den Wert der Städtepartnerschaften und bedankte sich bei den Partnerschaftsvereinen, die als Ehrenamtliche hier eine Hauptstütze seien.

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Vertreter von Bürgerschaft und Politik aus Reichelsheim und dessen Partnergemeinden Jablonka, Nagymányok und Dol de Bretagne